Mit dem Stern-Cover von dieser Woche hat man es dann wohl offiziell an jedem Kiosk bestätigt, dass YouTube endgültig im Mainstream angekommen ist. Webvideo wird in diesem Jahr das große Mediending werden, da bin ich mir relativ sicher. Und es ist erst der Anfang einer Entwicklung, die schon bald noch ganz neue Dimensionen erreichen wird. Während in Deutschland gerade erst begriffen wird, welche Möglichkeiten Webvideo bietet, steht die nächste Entwicklungsstufe schon bevor: Livestreaming wird in ein paar Jahren zum ganz normalen Angebot eines jeden Medienhauses gehören (müssen). Lies dazu auch, was Google mit seinen Hang-Outs plant. Der Riesenkonzern verfährt ja mit seinen Ideen gerne nach dem gekochte-Spaghetti-Prinzip. Wirf einfach einen großen Haufen davon an die Wand, ein paar werden schon kleben bleiben. Und nachdem Wave, Buzz und irgendwie auch Plus nicht wirklich haften bleiben wollen, scheinen die Hang-Outs ein Treffer zu sein, den Google jetzt weiter ausbauen wird; zum wohl interessantesten Livestreaming-Tool, das es zur Zeit gibt.
Richtig spannend wird es, wenn man sich das Ganze als Social Streaming vorstellt. Man nehme nur ein Ereignis wie das YouTuber-Treffen in Düsseldorf, von dem es inzwischen mehr als ein Dutzend Videos gibt. Was beim YouTuber-Treffen abging, als der bekannteste deutsche Let’s-Player Gronkh auftauchte, kann man nicht in Worte fassen, man muss es sehen. Zum Glück ist das kein Problem. In dem Moment, als Gronkh die Tonhalle in Düsseldorf betrat, gab es kaum jemanden, der nicht wenigstens seine Handy-Kamera laufen hatte. Es gibt von diesem Ereignis einen richtigen “Gronkh-Stream.”. Unter anderem filmte auch Richard Gutjahr. Ich bin in seinem Video kurz zu sehen.
Und auch Gronkh himself hielt eine Kamera in der Hand und auf mich drauf.
Jetzt fehlt nur noch die Ego-Perspektive, oder? Bitte schön:
Ein Ereignis, gefilmt aus ganz vielen verschiedenen Perspektiven. Und nun stellt euch das Ganze als Livestreaming-Event vor, das im Netz angelegt wurde und in das sich jede Anwesende Handykamera per App zuschalten kann. Alle Streams werden auf einer Seite gebündelt, und wer nicht vor Ort dabei sein konnte, kriegt dafür zu Hause auf dem Rechner alle verfügbaren Kameras angezeigt und kann, so wie er will, zwischen den Perspektive hin und herschalten, als säße er in seiner eigenen Bildregie. Klingt doch faszinierend, oder? Ich denke es nur mal in eine Richtung weiter: Das Champions-League-Finale in München, zehntausende Zuschauer halten ihre Handykameras aufs Spielfeld und streamen live ins Web. Was wohl Uli Hoeneß, Rupert Murdoch und Sepp Blatter dazu sagen?
Was sind eure Visionen vom Livestreaming ins Web? Schreibt es in die Kommentare, ich bin gespannt.
Im nächsten Beitrag zum Videocamp geht es mal wieder um mein Lieblingsthema: Webvideos und (Lokal-)Journalismus.