Afrika-Cup: Spanien auf dem Weg zum Titel?

Heute endet die Vorrunde des Afrika-Cups mit den letzten Spielen der Gruppe D, in denen sich entscheiden wird, ob Mali oder Guinea noch ins Viertelfinale kommen werden (ein bisschen hoffe ich auf Mali, for personal reasons). Bisher ist es ein sehr interessantes Turnier. Die Elfenbeinküste um ihren (Alt-)Star Didier Drogba präsentieren sich sehr souverän: Drei Siege in ihrer Gruppe lassen sie derzeit als klaren Favoriten erscheinen. Davon träumt man im Senegal nur: Ohne Punkte fahren sie wieder heim, dabei hatten sie mit ihrem Kader, in dem auch Premiere-League-Spieler stehen, als einer der Mit-Favoriten gegolten. Auch draußen: WM-2010-Teilnehmer Angola.

Besser präsentieren sich die beiden Gastgeber Gabun und Äquatorial-Guinea: Beide sind weiter, der Stimmung bei so einem Turnier ist das ja meist zuträglich. Vor allem Gabun mit dem deutschen Trainer Gernot Rohr spielt bislang sehr überzeugend: Drei Siege in einer schweren Gruppe mit Tunesien und Marokko sprechen für sich. Die Mannschaft aus Äquatorial-Guinea ist aus einem anderen Grund interessant: In ihr spielen kaum Äquatorial-Guineaner. Der Großteil der Spieler ist eingebürgert, vor allem aus Spanien, was FAZ-Reporter Daniel Meuren zu der Aussage verleitet, dass sich dieses Land nach dem WM- und EM-Titel nun auch Hoffnungen auf die Afrikameisterschaft machen könne.

Das Team der Gastgeber lenkt jedenfalls den Blick auf ein neues Problem des internationalen Fußballs, dass sich diesmal tatsächlich in Afrika manifestiert. Vor einigen Jahren schon machte ja die Runde, dass sich Katar mit seinen Öl-Milliarden eine Nationalmannschaft zusammenkaufen wollte. Unter anderem im Gespräch: Beinahe-Dschungelkönig Ailton. Äquatorial-Guinea setzt diesen Plan nun nachträglich um. Auch das westafrikanische Land ist reich an Öl, von dem die Nationalmannschaft mehr profitiert als die Bevölkerung. “Der spanisch geprägte Aufschwung weckt Misstrauen”, schreibt Daniel Meuren in seinem Artikel, es gibt bereits Klagen anderer afrikanischer Verbände gegen die Teilnahme Äquatorial-Guineas. Erfolg dürften sie kaum haben. Den eingebürgerten Iberern, allesamt in unterklassigen Vereinen unterwegs und mit wenig Aussicht auf Nationalmannschaftskarrieren, dürfte das sowieso egal sein. Für sie ist das Ganze wahrscheinlich nur ein weiterer Job auf dem Fußballarbeitsmarkt und sicher auch ein Abenteuer.

So hat in einer globalisierten Wettlauf das Wettrüsten um die besten Spieler für das eigene Land begonnen. Die unterste Stufe dieses Wettstreits der Länder erleben wir ja auch in Deutschland regelmäßig, wenn es darum geht, hierzulande aufgewachsene türkische Talente davon abzuhalten, für das Land ihrer Väter zu spielen. Noch ist zumindest mir nichts bekannt, dass dafür auch Geld oder Prämien bezahlt werden, aber bis es soweit ist, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein. Der Transfermarkt für junge Nationalspieler, er wird auch nach Europa kommen. In Afrika ist er schon da.

Das Spiel der Vorrunde: Gabun-Marokko 3-2, nach 89 Minuten führt Gabun 2-1, dann Handelfmeter für M. und Ausgleich, in der 93. Minute Freistoß G., drin und 3-2!

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