OK, ein bisschen deppert kommt man sich schon vor, wenn man in aller Öffentlichkeit über einen Spielplatz streunt und dabei jeden Stein umdreht, hinter jeden Busch guckt und dabei immer das IPhone in der Hand hält. Aber das ist wohl ein Teil des Reizes beim Geocachen. Denn auch wenn einen alle anstarren wie einen Sittenstrolch, weiß man es selbst besser. Man weiß, dass die anderen nicht wissen, dass man was weiß, was die anderen nicht wissen.
Seit ich einmal ein MoJo-Video über ein paar Geocacher gedreht hatte, wollte ich es selbst ausprobieren. Und im Herbst hatte ich erstmals Zeit und machte mich erfolgreich in Mainz auf die Suche nach meinem ersten Cache. Dann, aus verschiedenen Gründen, einer davon war der Winter, passierte lange nichts mehr. Und so stand ich monatelang bei einem gefundenen Cache. Traurig. Aber nun zu Ostern war es wieder soweit. Auf einem Osterspaziergang mit Freundin und Hund der Eltern der Freundin rund um das im Harz gelegene Dörfchen Bad Sachsa kam ich plötzlich auf die Idee, mal zu schauen, was es hier so zu cachen gibt. Ganz ohne Vorbereitung, nur mit dem IPhone und der Geocaching-App ging es los. Zum Glück war dort überall perfekter 3G-Empfang, so dass es kein Problem war, alle nötigen Infos aus dem Web abzurufen. Und so waren schnell sechs Caches gehoben.
An diesem Tag wurde mir auch wieder der Reiz des Cachens bewusst. Man entdeckt Orte, die man sonst vielleicht nicht gefunden hätte, ganz ohne Reiseführer. Es war ein Riesenspaß, der erst endete, als der Akku des IPhone seinen Geist aufgab. Den Spielplatzcache haben wir übrigens auch gefunden; ohne dass jemand die Polizei rief. Ich bin jetzt jedenfalls wieder angefixt. Und habe auch direkt den ersten eigenen Cache versteckt. Wer Bock hat, ihn zu suchen: GC2V3PA müsste bald auf Geocaching.com gelistet sein. (images by me & peacockMedia)
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